Coffee & Contemplation

Alles was zu lang für Twitter ist

Changelog für "Hausarbeit: Probleme der attischen Flotte 360/359" (Titel WIP) für 26.02.2019

Kleine Schaffenspause wegen Oscar-Wochenende.
Habe heute wie geplant mich mit “The Athenian Trireme: The History and Reconstruction of an Ancient Greek Warship” beschäftigt. Der Nutzen direkt war eher minimal. Aber im weiteren Verlauf habe ich mir mal den englischen Wikipedia-Artikel zu Trieren angeschaut, der überraschend ausführlich ist. Es werden im Grunde alle wichtigen Autoren zitiert, die in “Athenian Trireme” auch zitiert werden. Habe jetzt viel Infos daraus gesammelt. Ist eigentlich nicht die feine historische Art, aber ich werde die entsprechende Infos noch in den im Wiki-Artikel verlinkten Literatur nachschlagen, dann ist das ja alles ordentlich belegt.
Habe meine Erkenntnisse auch auf Twitter gleich mitexzerpiert sozusagen. Kopiere den Text aus Twitter noch mal hier rein:

Funfact vom #BachelORRR2019: In der griechischen Marine gibt es aktuell eine Trireme (nach Plänen aus dem 5. und 4. Jhd. v. Chr.) im aktiven Dienst. Die Olympias wurde 1987 für archäologische Experimente gebaut und befindet sich bis heute in Benutzung.  Die Olympias erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 17km/h (9 Knoten). Antike Schiffe mussten Geschwindigkeiten von bis zu 30km/h aufbauen (16 Knoten) um mit ihrem Rammkiel andere Schiff zu rammen, was die gängige Taktik in der Seekriegsführung war.
Triremen sind echt spannend. Vergleichbar mit Formel-1-Autos waren sie hochgezüchtet zu dem Punkt, dass eine Designänderung eines einzigen Teils das ganze Schiffsdesign kaputt machen könnte. Der Verschleiß war extrem hoch, so dass “Boxenstops” nötig waren.
Die Schiffe konnten noch nicht mal längere Zeit im Wasser bleiben und wurden in der Nacht an Land gezogen, sonst würde das Holz zu viel Wasser ziehen. Dank des leichten Holzes konnte das Schiff von nur 140 Männern gezogen werden (bei einer Besatzung von 200). Gleichzeitig waren die Schiffe bei guter Pflege langlebig und waren bis zu 25 Jahre im Einsatz.
Das wichtigste Designelement einer athenischen Trireme war ein Seil, was von Bug zum Kiel an der Außenhülle gespannt wurde. Es hielt einen Zug bis 13,5 Tonnen aus und verhinderte, dass das Schiff bei starker See Kielbruch erlitt. Es war essentiell für die Seetauglichkeit.
Das Design dieser Seile (hypozomata) war geheim und die Ausfuhr aus Athen war ein Kapitalverbrechen.
Funfact zum Schluss: Ein Ruderer trank pro Tag etwa 7,6 Liter Wasser.
Nachtrag, damit es alle sehen: Die Wasservorräte wurden wohl individuell verstaut. Es wird angenommen, dass jeder Ruderer eine Wasserblase unter seinem Sitz hatte.
Die durchschnittliche Reichweite wird auf 80-100 Kilometer am Tag geschätzt. (bei 6-8 Stunden Rudern).
Thukydides berichtet aber auch von Schiffen, die 300 Kilometer am Tag geschafft haben. Kommt drauf an, wie sehr man die Mannschaft auspowert. Ein guter Kommandeur musste abwägen, wie schnell das Schiff vorankommt und wie viel Kraft die Mannschaft dann für den eigentl. Kampf hatte.
Zur Verdeutlichung: 80km (grün), 100km (gelb), 300km (rot) mit dem Piräus als Zentrum. Natürlich nur ein grobes Sinnbild, man kann ja nicht überall per Luftlinie hinrudern. 


Noch was: Die Archäologie zu Triremen ist extrem kompliziert, weil die Schiff nicht sanken. Wenn sie leck schlugen schwammen sie immer noch, weil sie keinen Balast hatten (wie bei Handelsschiffen, die oft schwere Ladung hatten). So wurden sie nicht am Meeresboden konserviert.

Morgen werde ich mich dann näher mit den Grundzügen der Trierarchie auseinandersetzen, weiß aber grad noch nicht, welche Literatur ich dafür genau lesen will.
Habe jetzt fast 5 Seiten, also ein Viertel der Arbeit. 🥳